ADAC Routenplaner

Was der ADAC-Routenplaner kann

Der Routenplaner läuft im Web unter ADAC Maps und in der ADAC Drive App. Er rechnet nicht nur den Weg, sondern auch die Reisekosten: Maut, Vignetten und Sprit- oder Stromkosten werden direkt mit ausgewiesen (ADAC).

Die wichtigsten Funktionen im Überblick:

  • Fahrzeugwahl: Auto, Wohnmobil, Gespann oder Motorrad – die Route passt sich an.
  • Routenart: optimale oder kürzeste Strecke, außerdem eine Variante mit geringstem Verbrauch.
  • Routenoptionen: Autobahnen, Maut- oder Vignettenstrecken meiden, auf Wunsch sogar ganze Länder ausschließen.
  • Verkehrslage: Bei einer Fahrt in der Zukunft nutzt der Planer historische Verkehrsdaten, bei sofortiger Abfahrt die aktuelle Lage inklusive Staus und Baustellen.
  • Routen-Wetter: Die Vorhersage gilt für den Zeitpunkt, an dem man laut Plan an einem Ort ankommt.
  • Extras: Tankstellen mit Spritpreisen, Camping- und Stellplätze, Sehenswürdigkeiten sowie Länderinfos und Einreisebestimmungen.

Praktisch: Über den Vignetten-Finder lassen sich einige Vignetten (Österreich, Slowenien, Schweiz) direkt beim ADAC kaufen (ADAC Maps).

ADAC-Routenplaner_Hannover-Ankara

Die Beispielroute: 2.805 Kilometer, 27 Stunden reine Fahrzeit

Für Hannover–Ankara schlägt der ADAC eine Strecke von 2.805 km vor, die ohne Staus und Umleitungen in rund 27 Stunden zu schaffen ist (ADAC Maps). Realistisch sind das mit Pausen und Grenzkontrollen eher drei Tagesetappen.

Die Route führt nicht über Österreich, sondern östlich durch Tschechien und die Slowakei. Als Orte am Weg nennt der Planer unter anderem Peine, Bernburg, Jihlava, Brünn, Dragoman, Adapazarı und Bolu. Damit ergibt sich ungefähr dieser Verlauf durch sieben Länder:

  1. Deutschland: Hannover – Magdeburg – Leipzig – Dresden
  2. Tschechien: Prag – Jihlava – Brünn
  3. Slowakei: Bratislava
  4. Ungarn: Budapest – Szeged
  5. Serbien: Belgrad – Niš
  6. Bulgarien: Dragoman – Sofia – Plowdiw
  7. Türkei: Edirne – Istanbul – Adapazarı – Bolu – Ankara

Schon auf dem deutschen Abschnitt weist der Planer neun Baustellen mit zusammen rund 60 km Länge aus, etwa auf der A2 bei Helmstedt und der A14 bei Magdeburg. Solche Hinweise lohnen sich vor allem für die erste Etappe, bei der man noch frisch ist und Umwege einplanen kann.

Spritkosten: rund 420 Euro für die einfache Strecke

Für Hannover–Ankara veranschlagt der ADAC etwa 420 € Spritkosten. Dahinter steckt eine einfache Annahme: 7,5 l Verbrauch auf 100 km und 2 € pro Liter. Für ein E-Auto nennt der Planer rund 300 € Ladekosten, gerechnet mit 27,5 kWh/100 km und 0,39 €/kWh (ADAC Maps).

Diese Werte sind Pauschalen, keine Prognose für das eigene Auto. Wer genauer rechnen will, setzt seine eigenen Zahlen ein:

\text{Spritkosten} = \frac{\text{Strecke in km}}{100} \times \text{Verbrauch in l/100 km} \times \text{Literpreis}

Ein sparsamer Diesel mit 6 l/100 km und 1,80 € pro Liter käme so auf 28,05 × 6 × 1,80 ≈ 303 € – gut 100 € weniger als die ADAC-Pauschale. Hin und zurück verdoppelt sich der Betrag natürlich.

Mein Tipp: Die Spritpreise unterscheiden sich entlang der sieben Länder deutlich. Die ADAC Drive App zeigt Tankstellen samt Preisen an der Route. So lässt sich planen, wo man voll tankt und wo man nur das Nötigste nachfüllt. Tankstellen direkt an der Autobahn sind meist teurer als solche wenige hundert Meter abseits.

Maut und Vignetten: sechs Systeme auf einer Strecke

Auf dem Weg nach Ankara wechselt fast an jeder Grenze das Mautsystem. Der Planer weist für die Hinfahrt rund 37 € an Vignetten aus, dazu Streckenmaut von ca. 2.150 Dinar in Serbien und ca. 460 Lira in der Türkei (ADAC Maps).

Land

System

Laut ADAC-Planer (ca.)

Gut zu wissen

Deutschland

keine Pkw-Maut

–

–

Tschechien

E-Vignette

12 €

vorab online kaufen

Slowakei

E-Vignette

10 €

vorab online kaufen

Ungarn

E-Vignette (e-Matrica)

10 €

2026 kostet die Tagesvignette 5.550 HUF, die 10-Tages-Vignette 6.900 HUF (ADAC)

Serbien

Mautstationen

2.150 RSD (rund 18 €)

Zahlung an der Station

Bulgarien

E-Vignette

5 €

vorab online kaufen

Türkei

elektronisch (HGS)

460 TRY

HGS-Aufkleber an PTT-Postfilialen, Raststätten oder Mautstationen (ADAC)

Zwei Dinge sind mir beim Vergleich aufgefallen. Erstens sind die Planer-Werte gerundet und sagen nicht, welche Laufzeit gemeint ist. Wer nicht am selben Tag durchfährt oder auf demselben Weg zurückkommt, braucht eventuell eine längere Vignette. Die genauen Preise stehen auf den Länderseiten des ADAC.

Zweitens ist die Türkei der knifflige Teil. Dort gibt es keine Vignette, sondern das elektronische HGS-System mit einem Aufkleber für die Windschutzscheibe. Wer ohne ausreichendes Guthaben durch die Mautstelle fährt, muss innerhalb von 15 Tagen online nachzahlen. Ich würde mir den HGS-Aufkleber deshalb direkt nach der Grenze besorgen.

In Ungarn hat man nach versehentlichem Auffahren ohne Vignette 60 Minuten Zeit, sie nachzukaufen. Beim Kauf müssen Umlaute im Kennzeichen ersetzt werden, also etwa GO statt GÖ für Göttingen.

Was der Planer nicht abnimmt: Grenzen, Papiere, Pausen

Der Routenplaner liefert Strecke und Kosten, aber einige Punkte muss man selbst klären:

  • Grenzen außerhalb der EU: Serbien und die Türkei gehören nicht zur EU. Hier wird kontrolliert, und vor allem in der Ferienzeit kann es an den Übergängen dauern.
  • Ausweis: Für die Türkei reicht zwar der Personalausweis, bei der Einreise mit dem Auto empfiehlt der ADAC aber dringend den Reisepass (ADAC).
  • Versicherung: Vorab bei der Kfz-Versicherung prüfen, ob der Schutz auch in Serbien und der Türkei gilt, und die Grüne Karte einpacken.
  • Gesundheit: Der ADAC rät zu einer privaten Auslandskrankenversicherung mit Rückholoption.
  • Etappen: 27 Stunden reine Fahrzeit sind nicht am Stück zu schaffen. Sinnvolle Zwischenstopps liegen etwa im Raum Budapest und in Sofia oder Plowdiw.
  • Rückreise: Bei der Einreise in die EU sind auf dem Landweg Waren bis 300 € pro Person zollfrei.

Praktisch ist auch das Routen-Wetter: Gerade im Herbst und Winter lohnt ein Blick, wie es zum geplanten Zeitpunkt im bulgarischen Bergland oder rund um Bolu aussieht.

Fazit: ein guter Startpunkt für die Reisekasse

Der ADAC-Routenplaner gibt für Hannover–Ankara in wenigen Sekunden einen brauchbaren Überblick: 2.805 km, gut 27 Stunden Fahrzeit, rund 420 € Sprit und Maut in sechs von sieben Ländern. Besonders hilfreich finde ich, dass Vignetten und Streckenmaut Land für Land aufgelistet werden – bei einer Strecke mit sechs verschiedenen Systemen spart das viel Sucharbeit.

Die Zahlen sind allerdings Richtwerte. Verbrauch und Spritpreis sollte man an das eigene Auto anpassen, und bei den Vignetten lohnt der Blick auf die Länderseiten, um die passende Laufzeit zu wählen. Wer das beachtet, startet gut vorbereitet in den Roadtrip.

Quellen

Share the Post:

Related Posts

Türkiye Kültür Potali

Gezilecek Yerler

https://www.kulturportali.gov.tr/turkiye/genel/gezilecekyer Türkiye Kültür Portalı, Bilgi Toplumu Stratejisi (2006 – 2010) Eylem Planında yer alan; “Kamu kurumlarının internet sitelerinde bulunan Türkçe

Read More
GreaTR Logo

GreaTR

GreaTR’ı Tanıyın   https://greatr.org/  Neler yapıyoruz? Globaldeki genç Türk yetenekleri, Türkiye’nin önde gelen şirketleriyle buluşturuyoruz. Yurt dışında okuyan Türk öğrencilere

Read More

Join Our Newsletter